Details
Study title
Gendergerechte technische FH-Studiengänge: Ein Entwicklungsprojekt der ZHW und HSW
Ref study 9153
Study language German
Contributing institutions
Authors
Keywords
  • Technik
  • Biotechnologie
  • Gender
  • Fachhochschule
  • Elektrotechnik
  • Unternehmensinformatik
  • Curricula
Disciplines
Period
2006
Geographical space
Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Standort: Winterthur und Wädenswil
Country
Abstract
Die Förderung der geschlechtergerechten Didaktik ist Teil des Aktionsplans Chancengleichheit an den Fachhochschulen 2004 bis 2007 (vgl. Fachhochschulgesetz und Fachhochschulverordnung 1996; Botschaft vom 29.November 2002 über die Förderung von Bildung, Forschnung und Technoplogie in den Jahren 2004 bis 2007) des Bundesamts für Berufsbildung und Technologien BBT. Gemäss Szenario des Bundesamtes für Statistik wachsen die Studierendenzahlen an den Fachhochschulen in den nächsten zehn Jahren stark an, dennoch bleiben die Frauen in der Minderheit, insbesondere in den technischen Studiengängen. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird nach dem Jahr 2013 mit einem generellen Rückgang der Studierendenzahlen gerechnet. Hinzu kommt eine weiterer Aspekt: Trotz guter Konjunktur sind heute IngenieurInnen und TechnikerInnen Mangelware auf dem Arbeitsmarkt. Die Fachhochschulen müssen heute innovative Ausbildungen anbieten, um gute und motivierte Studentinnen und Studenten zu bekommen. Genderkompetenz ist hier ein wichtiger Bestandteil. Genderkompetent gestaltete Studiengänge sind Ausbildungen, die für beide Geschlechter - für Frauen und Männer - attraktiv sind.
Die sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung hat sich ausführlich mit dem geschlechterspezifischen Studien- und Berufswahlverhalten, mit den unterschiedlichen Technikleistungen und Selbstkonzepten von jungen Frauen und Männern sowie mit dem kultur- und wissenschaftshistorisch relevanten Zusammenhang von Männlichkeit und Technik befasst. Kaum untersucht ist hingegen, welcher Zusammenhang zwischen historisch gewachsener Fachkultur und Geschlechterverhältnis in technischen Studiengängen besteht, welche Hierarchiestrukturen und Mentalitäten in diesen Studiengängen dominieren und wie die Curricula mit Blick auf die Genderdimension inhaltlich und didaktisch aufgebaut werden sollen. Besonders für die Fachhochschulen sind neben Forschungslücken auch die fehlenden Projekte zu konstatieren, welche auf der Basis der vorhandenen Forschungsergebnisse konkret auf die Entwicklung eines geschlechtergerechten Lernens und Lehrens in den technischen Studiengängen an den Fachhochschulen zielen. Die bestehenden Umsetzungsprojekte fokussieren vor allem die Sensibilisierung von jungen Frauen für die technischen Studiengänge. Neben Handbüchern gibt es auch seit kurzem hochschuldidaktische Angebote für Fachhochschulangehörige zum Erwerb von Genderkompetenz.
Vor diesem Hintergrund hat das Institut für Nachhaltige Enwicklung und die Fachstelle Gender Studies an der Zürcher Fachhoschule das Projekt lanciert. Damit sollen relevante Grundlagen erarbeitet werden, die es braucht, um technische FH-Studiengänge gendergerecht zu gestalten. Untersucht werden sollen die Leitbilder, die didaktischen und inhaltlichen Konzepte sowie der strukturelle und personelle Hintergrund von drei exemplarisch ausgewählten Studiengängen an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) (bis September 2007: der Zürcher Hochschule Winterthur (ZHW) und der Hochschule Wädenswil (HSW)). Es handelt sich um die Studiengänge Elektrotechnik, Unternehmensinformatik und Biotechnologie. Sowohl die Perspektive der Studiengangsleitenden und Dozierenden als auch die der Studierenden soll miteinbezogen werden. Konkret verfolgt das Projekt folgende Ziele: Verfügbares Wissen aufbereiten und darauf aufbauend in den drei Studiengängen Strategien und konkrete Massnahmen für gendergerechte technische FH-Studiengänge entwickeln und zwar zusammen mit den beteiligten Studiengangsleitern und Dozierenden. Diskussion anregen in den drei Studiengängen über den Einbezug pädagogisch-didaktischer Erkenntnisse und inhaltlicher Kriterien, die dem Geschlechteraspekt Rechnung tragen: Wie können die Curricula in den drei Studiengängen gendergerecht reformiert werden? Wie kann eine gendersensible Didaktik im Technikbereich an der ZHW und HSW definiert werden und welche Unterrichtseinheiten sind davon betroffen? Welche Genderkompetenzen müssen sich die Dozierenden aneignen, um insbesondere Studentinnen optimal motivieren zu können? Erarbeiten von Eckpfeilern für die fachspezifisch und motivationstheoretisch optimale Gestaltung der technischen Studiengänge für Frauen und Männer unter Einbezug der Dozierenden und der Studierenden. Sensibilisierung der verantwortlichen Dozierenden, Studiengangs- und Departementsleitenden im Bereich Chancengleichheit und Geschlechterforschung.
Diffusion der Projektergebnisse: Zum einen wird es einen umfassenden Bericht zur Entwicklung des Projekts geben, zum anderen werden in Broschürenform konkrete Vorschläge zu Lerninhalten und Lehrmethoden gemacht und zur Frage, wie technische Studiengänge für Frauen und Männer noch attraktiver gestaltet werden können, d. h. wie bei den Lerninhalten, Kompeten-zen und Lern-/Lehrformen an die Erwartungshaltungen und gesellschaftlichen Lebenswelten von Frauen und Männern angeknüpft werden kann. Die beiden Projektpublikationen bilden die Basis, um die technischen Studiengänge der ZHAW hinsichtlich des Genderaspektes zu reformieren. Sie stehen den Interessierten der anderen schweizerischen Fachhochschulen zur Verfügung. Die Publikationsergebnisse werden am Schluss des Projektes verbindlich in das schulinterne Weiterbildungsangebot für Dozierende und den Mittelbau an der ZHW und HSW aufgenommen. In der Gender Policy der Zürcher Hochschule der Angewandten Wissenschaften (ZHAW) ist vorgesehen, dass der Genderaspekt bei der Gestaltung der Studiengänge systematisch berücksichtigt wird. Das vorliegende Projekt entwickelt zu dieser Zielvereinbarung konkrete Massnahmen. Mit dem Projekt soll schliesslich die Basis dafür gelegt werden, dass an der ZHAW ein Forschungs- und Lehrschwerpunkt im Bereich Geschlecht und Technik entsteht.
Results
Methods (description)
Die Ziele und Fragen des Projekts werden mit verschiedenen quantitativen und qualitativen Methoden bearbeitet: Zunächst werden mittels Literaturrecherche und best-practice Beispielen aus dem In- und Ausland die relevanten Faktoren und Inhalte sowie die Rahmenbedingungen gendergerechter Curricula und Organisationsstrukturen ermittelt und ausgewertet. Damit sind die Grundlagen für die umsetzungsorientierten Arbeiten im Projekt gewährleistet. In der Umsetzungs- und Empiriephase werden:
1) die vorhandenen Dokumente der drei Studiengänge (Organigramme, Lehrpläne etc.) gesichtet und analysiert,
2) qualitative Interviews (mittels Leitfaden) mit den Studiengangleitern der 3 Stduiengänge und den 2 Gleichstellungsbeauftragten der Teilschulen (ehemals ZHW und HSW) geführt,
3) 2 Workshops und Wochenprotokolle (Tagebuchform) mit den Verantwortlichen und Dozierenden der Studiengänge durchgeführt,
4) findet eine fokussierte online-Befragung der Studierenden des 3. Semesters der ausgewählten Studiengänge statt.
Der Schwerpunkt in dieser Phase liegt bei der Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen und Dozierenden der Studiengänge: Sie sollen sich umfassend über Genderkompetenz in den technischen Studiengängen informieren können und sich gleichzeitig an der Ausarbeitung der spezifischen Massnahmen für die ZHW und HSW beteiligen. Die so erarbeiteten Resultate bilden die Basis, um in der Schlussphase (2. Workshop) gemeinsam mit den Studiengangsleitenden und Dozierenden verbindliche Massnahmen im Bereich der Lehrplanreform und der gendergerechten Didaktik für die drei Studiengänge zu definieren.
Methods (instruments)
Unpublished documents
  • Ramsauer, Nadja; Weiss Sampietro, Thea. 2007. Organisational cultures in Engineering at Swiss Universities of Applied Sciences: Gender-specific effects. Paper für Women in Engineering and Technology Research, PROMETEA International Conference, Paris (France), October 26-27, 2007. Publikation im Tagungsband 2008 erwartet.
Financed by
  • Other: Bundesamt für Berufsbildung und Technologie - BBT
Study type
  • Other: Entwicklungs- und Umsetzungsprojekt
Data availability
Source (Updates) Web
Date created 19.08.2013
Date modified 19.08.2013
Start - End date 01.12.2006 - 28.05.2008