Details
Study title
Sexual Scripts: Constructing Desire in Selected Modern German Narrative Literature
Ref study 10294
Study language German
Contributing institutions
Authors
Keywords
  • Sexualität
  • Gender
  • Narratologie
  • Critical sexualities studies
  • Critical sexology
  • Sexual script
  • Narrative Identität
  • Literarischer Kanon
  • Neuere deutsche Literatur
Disciplines
Period
20. Jh.
Geographical space
Country
Abstract
Dieses Projekt geht von der These aus, dass Sexualität wesentlich von Kultur und Gesellschaft geformt wird. Literarische Texte als wichtiger Bestandteil von Kultur erzählen je nach Epoche und Kontext in unterschiedlicher Weise von Körpern, Liebe und Begehren. Anhand von ca. 10 exemplarischen Texten von R. Musil, I. Keun, I. Bachmann, V. Stefan bis E. Jelinek wird aufgezeigt, wie Körperlichkeit und Sexualität im Text konstruiert werden - gleichzeitig wird ein Augenmerk darauf gerichtet, wo die Grenzen des Sagbaren gezogen werden. Sexuelle Scripts als Analyseinstrument dienen dazu, das jeweils historisch und kontextuell Spezifische von Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Postmoderne nachzuzeichnen. Diese Arbeit folgt dem Desiderat, Sexualität als gesellschaftliche Ordnungskategorie stärker in den Fokus der Gender Studies zu rücken.
Die Textanalyse setzt sich zum Ziel, bis heute wirkmächtige sexuelle Scripts exemplarisch zu rekonstruieren. Sexualitäts-Scripts werden im Hinblick auf Mehrstimmigkeit, Mehrdeutigkeit, Spannungsverhältnisse und allfällige Brüche untersucht. Diese lassen sich nicht auf Inhalte reduzieren, sondern kommen ebenso in Textform und -ästhetik zum Ausdruck, da auch Formen auf Inhalte verweisen. So fusst z.B. der Sprachgestus des taking up authority (Lanser) auf von Geschlecht geprägten gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Gleichzeitig werden als Bestandteil sexueller Scripts sowohl synchrone wie auch diachrone Aspekte der narrativen Konstruktion von gender, sex und sexuality anhand einzelner Erzählfiguren nachgezeichnet.
In diesem Projekt werden - unter Berücksichtigung von Kanon-KulturEN (Winko) - sowohl Texte des Kernkanons wie auch Texte des feministischen Kanons (als Gegenkanon) untersucht, wobei das 20. Jahrhundert im Analysefokus steht.
Das innovative Potential dieser Studie liegt darin, Literatur als einen fiktionalen, kulturellen Raum zu deuten, der von bestätigenden und brüchigen Um-Schreibungen dominanter Sexualitätsdiskurse geformt wird und dabei gleichzeitig Lesende in ihrer Entwicklung von sexuellen Scripts formt. Die Verknüpfung sozialwissenschaftlicher Theoretisierung von sexuellen Scripts mit narratologischen literaturwissenschaftlichen Ansätzen schafft hierfür den analytischen Rahmen. Im Rahmen der Critical Sexualities Studies versteht diese Arbeit Sexualität als in ihrer Varianz und Prozesshaftigkeit eng mit Kultur und Geschichte verbunden. Dies soll ihrer Essentialisierung entgegenwirken und zu einer vertieften Reflexion führen, wie sich Sexualität in unsere Leben und unser Handeln einschreibt. Diese Studie möchte so dazu beitragen, dass die erst partiell erreichte Demokratisierung der sexuellen Geschlechterordnung weiterentwickelt wird. Im Rahmen der Literaturwissenschaft, der Gender Studies und der Sozialwissenschaften, die sich mit Narrativen beschäftigen, möchte sie dazu anregen, Sexualität als eine wesentliche Dimension von Sinnkonstitution zu reflektieren.
Results
Methods (description)
Methods (instruments)
Replicated study No
Financed by
Ethical approval No
Study type
Data availability
Source (Updates) Web
Date created 27.06.2013
Date modified 27.06.2013
Start - End date 01.03.2010 - 28.02.2012