Details
Study title
Gender Studies: Offer, Demand and Transformational Potential in Society. An International Comparative Study
Ref study 8940
Study language German
Contributing institutions
Authors
Keywords
  • Beruf
  • Bildung
  • Kompetenz
  • Arbeitsmarkt
  • Qualifikation
  • Gender studies
Disciplines
Period
2004-2006
Geographical space
Schweiz, Europa
Country
Abstract
The Swiss Council of Science and Technology recently stated the need for the integration of Gender Studies into teaching and research, in order to identify the mechanisms (re)producing inequalities between men and women in all spheres of society including higher education. Up till now registers of Gender Studies in Switzerland document various teaching and research activities, but this field has just started to be institutionalized. Its still marginal position within higher education seems not only to express the necessity for professionalization of Gender Studies as an academic field, but also a lack of acceptance in education and society due to the paucity of information about Gender Studies itself. There is a strong need for more information about competencies and qualifications related to Gender Studies and the current and future demand for this knowledge on the labour market and in society.
The aim of this project is to generate pragmatic knowledge about the social and professional qualifications and skills Gender Studies offer and the demand for "gender knowledge" on the labour market and in higher education. Beyond that it investigates the impact of Gender-Studies-related knowledge on individual employment opportunities and careers, as well as the transformational impact of related competences on workplaces and organizations. Analytically the project seeks to outline qualifications and competencies related to Gender-Studies training within the interplay of conceptions developed in higher education and educational policies on the one hand, the employment market and individual occupational trajectories on the other.
The project is theoretically based on interdisciplinary perspectives within the social sciences, while it will also profit from methods of interpretative social research and statistical analysis. Empirical data will be gained with the help of semi-standardized interviews with representatives of Gender Studies, scientific and educational politics, professionals, and students and graduates of Gender-Studies courses and programmes in Switzerland. The individual occupational trajectories of past and present students of Gender Studies will be based on standardized questionnaires, and will be analysed cross-nationally in cooperation with an EU-funded research network of nine European countries.
Addressing key concerns of current discussions in science and higher education and related policy fields, and contributing to the discussion of the relation between science and society in general, the findings of the project will provide basic information for students and academia, for decision-makers in higher educational and scientific politics, for employers, working organizations and the public. Serving as a basis for the development and specification of curricula as well as competence courses in Gender Studies, the study will contribute to the professionalization of the field and offer society relevant knowledge for meeting the requirements of our and future times.
Results
Gender Studies haben - gemessen am späten Zeitpunkt ihrer Institutionalisierung - rasch die Entwicklungen anderer europäischer Länder nachvollzogen; eine intensive und pragmatische Auseinandersetzung über die mit der Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung verknüpften Inhalte, Qualifikationsziele und beruflichen Perspektiven von Studierenden wird heute auf akademischer wie wissenschaftspolitischer Ebene geführt. Als Wissenschaft generieren Gender Studies Erkenntnisse theoretischer und methodischer Art, die immer auch Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Einflussnahme und Transformation eröffnen. Dies beruht auf einer inter- und transdisziplinären Perspektive und einem fachübergreifenden Vorgehen, bei dem jeweils beide Geschlechter in Problemstellung einbezogen werden. Bei den befragten Studierenden und StudienabgängerInnen ist nicht ein "radikaler Feminismus" vorherrschend, sondern entwicklungsfördernde Vorstellungen, bei denen der Geschlechterdualismus und daran geknüpfte Wirklichkeitsvorstellungen und Diskurse in Frage gestellt werden können.
In erster Linie kann heute das im Studium erworbene Wissen in den professionalisierten Bereich der Frauen- und Gleichstellungsarbeit einfliessen. Neben diesem "Kernbereich" kommt genderbezogenem Wissen nach Aussage der hier befragten Frauen und Männer auch im Bildungs-, Gesundheits- und Rechtswesen, in sozialen Berufen oder der Entwicklungszusammenarbeit eine wichtige Rolle zu. Schliesslich bildet die Ausbildung Ausgangspunkt der Entwicklung innovativer Aufgabenbereiche oder selbständiger unternehmerischer Tätigkeit, indem mittels der eigenständigen Anwendung von geschlechterbezogenem Wissen auf Fragestellungen anderer Disziplinen und Themengebiete Berufsfelder erschlossen, ergänzt und generiert werden. Gemessen an ihrer Bedeutung, finden die von den Studienangeboten vermittelten Qualifikationen und Kompetenzen aus Sicht der Hochschulvertreterinnen in der Arbeitswelt noch zu wenig Resonanz, was auf einem Defizit an Wissen und Informationen über die Inhalte und Zielsetzungen der Gender Studies zurückzuführen sein dürfte. Auch kritisieren VerteterInnen des Arbeitsmarktes die "Praxisferne" der Geschlechterstudien, wobei nicht die Theorie bzw. das empirisch begründeten Wissen der Gender Studies selbst in Frage gestellt wird, sondern dessen mangelnder Vermittlung, genauer: dem Mangel an Überführung von akademischem Wissen in den gesellschaftlichen und beruflichen Alltag.
Ausgehend von einer nicht primär berufsorientierten Bildungskonzeption, hat das Geschlechterstudium einen Anspruch auf Persönlichkeitsbildung und die Vermittlung von Orientierungswissen. Das im Studium erworbene Wissen trägt zu einer spezifischen Sensibilität für Geschlechterfragen und Geschlechtergerechtigkeit, zum "Empowerment" im Sinne eines gestärkten Selbstverständnisses und Selbstbewusstseins bei. Bereits bei der Studienwahl stand das Interesse an einer intensiven persönlichen Auseinandersetzung mit Geschlechterbeziehungen und eines ausgeprägten Bewusstseins für Geschlechterungleichheiten im Vordergrund. Die Verwertbarkeit der Studienqualifikationen auf dem Arbeitsmarkt bildet dabei für viele der von uns Befragten kein zentrales Studienmotiv. Allerdings ist in der jüngeren Studiengeneration durchaus eine stärkere Berufs- und Beschäftigungsorientierung festzustellen. Doch vermag die Realität auf dem Arbeitsmarkt diese im europäischen Vergleich sogar überdurchschnittlichen Erwartungen der schweizerischen Befragten an ihre späteren Berufsaussichten bei weitem nicht zu entsprechen.
Bis heute mangelt es gleichermassen aus der Sicht der Hochschulvertreterinnen wie aus Sicht des Arbeitsmarktes an einem "Brückenschlag" zwischen der an den Hochschulen verankerten Ausbildung und Forschung und den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes. Qualifikationsbeschreibungen müssen in die aktuellen Curriculum-Reformen eingebracht und für Studierende wie den Arbeitsmarkt erkennbar werden. Gender Studies nehmen wichtige Entwicklungen zukünftiger Wissenschaftspraxis vorweg, können aktiv an der Entwicklung neuer Standards in Forschung und Lehre partizipieren und darauf Einfluss nehmen. Indem sie ihre wissenschaftlichen Potentiale gerade auch im Rahmen neuerer Wissenschaftskonzeptionen aufzeigen, können sie ihr eigenes Schicksal an den Hochschulen mitgestalten.
Methods (description)
1.) Standardisierte schriftliche Befragung
2.) Qualitativ-empirische Studien
Methods (instruments)
  • Standardised interviews - by mail
  • Qualitative interviews
Publications
  • Liebig, Brigitte; Dupuis, Monique; Ballmer-Cao, Thanh-Huyen; Maihofer, Andrea. 2009. Gender Studies in Ausbildung und Arbeitswelt. Das Beispiel Schweiz. Zürich: Seismo, 280 S.
  • Maihofer, Andrea. 2006. Von der Frauen- zur Geschlechterforschung - Ein bedeutsamer Perspektivenwechsel nebst aktuellen Herausforderungen an die Geschlechterforschung. In: Aulenbacher, B.; u.a. (Hg.), "MännerFrauenGeschlechterforschung: state of the art". Münster, 64-77.
  • Maihofer, Andrea. 2005. Inter-, Trans- und Postdisziplinarität. Ein Plädoyer wider die Ernüchterung. In: Kahlert, H.; Thiessen, B.; Weller, I. (Hg.), "Quer denken - Strukturen verändern. Gender Studies zwischen Disziplinen". Wiesbaden, 185-202.
  • Liebig, Brigitte. 2004. Gender Studies zwischen Angebot und Nachfrage. Risiken und Chancen. In: Rosenbusch, K.; Jähnert, G. (Hg), "Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum. Erfahrungen und Perspektiven". Hrsg. vom Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an der Humboldt-Universität zu Berlin. Berlin: trafo Verlag, 128-132.
  • Liebig, Brigitte. 2003. Gender Studies und Professionalisierung: Kein Widerspruch. In: genderstudies.unibe.ch, 2, 6-7, Hrsg. vom Interdisziplinären Zentrum f. Frauen- und Geschlechterforschung, Universität Bern, Bern. Online: http://www.izfg.unibe.ch/e85925/e85991/e90007/e90009/zeitschrift_Nr.2_ger.pdf
Financed by
Study type
Data availability
Source (Updates) Web
Date created 03.07.2013
Date modified 03.07.2013
Start - End date 01.10.2004 - 28.09.2006