Details
Study title
Technische Fachkulturen und Geschlecht: Eine vergleichende Untersuchung der Deutungsmuster in zwei Ingenieurfächern
Ref study 8370
Study language German
Contributing institutions
Authors
Keywords
  • Bildung
  • Hochschule
  • Fachkulturen
  • Gender studies
  • Gleichstellung
  • Technikwissenschaften
Disciplines
Period
Geographical space
Schweiz
Country
Abstract
Im Zentrum des geplanten Forschungsprojektes steht die Frage nach dem Zusammenhang von Geschlecht und Fachkultur in ausgewählten Ingenieurfächern am Beispiel einer Technischen Hochschule in der Schweiz.
Das Gleichziehen der Frauen im Bereich der tertiären Bildung seit den 1970er Jahren geht mit der Persistenz einer Segregation von Studien- und Berufsbereichen nach Geschlecht einher. Nach wie vor ausgesprochen männlich dominiert sind insbesondere das Feld der technischen Wissenschaften sowie die Physik. Die Frage nach den Ursachen der anhaltenden Untervetretung von Frauen in diesen Fächern stellt sich für die Bildungs- und Gleichstellungspolitik immer dringender. Das Projekt knüpft an die Ergebnisse einer Studie zu Orientierungen und Erfahrungen von StudienanfängerInnen in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern an, welches die Projektverantwortliche an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne durchgeführt hat, und nimmt gleichzeitig einen Perspektivenwechsel vor: Ausgehend von der Hypothese, dass wesentliche Faktoren der Reproduktion einer nach Geschlecht segregierten Studien- und Berufswahl in den Institutionen selber liegen, werden die technischen Fächer und ihre Fachkulturen selber ins Zentrum der Untersuchung gerückt. Mit dem Konzept der Fachkultur werden Wissens- und Kommunikationskulturen bezeichnet, deren wesentliche Merkmale implizit bleiben, die für die Sozialisation in ein Fach jedoch hoch relevant sind. Vor dem Hintergrund der De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenz stellt sich die Frage, ob die in den traditionellen technischen Fächern institutionalisierten Deutungsmuster, habitualisierten Verhaltensweisen und informellen Arbeits- und Kommunikationsformen indirekt zur Reproduktion geschlechtsspezifischer Ausgrenzungen beitragen. Damit wird ein wissenssoziologischer Zugang gewählt, wobei die Perspektive der Wissenschafts- und Technikforschung mit Fragestellungen der Geschlechterforschung verbunden werden.
Im Zentrum stehen dabei folgende Fragen: (1) Inwiefern hängen die in den technischen Fächern historisch herausgebildeten Deutungsmuster mit den spezifischen Charakteristiken einer historisch konstruierten hegemonialen Männlichkeit zusammen; (2) inwieweit wirken vor dem Hintergrund einer De-Institutionalisierung der Geschlechterdifferenz tradierte Deutungen des eigenen Faches bis heute in institutionalisierter, habitualisierter und informeller Form weiter; (3) und inwieweit geraten tradierte Deutungen in der heutigen Umbruchsituation in den technischen Fächern unter Legitimationsdruck, werden in Frage gestellt oder konfigurieren sich neu.
Im Rahmen von empirischen Fallstudien in zwei ausgewählten Ingenieurfächern sollen jene Elemente der Fachkulturen rekonstruiert werden, die für das Selbstverständnis eines Faches und die Praxis ihrer VertreterInnen heute bestimmend sind. Auf der Basis von narrativen Interviews werden die für die berufliche Identität von FachvertreterInnen unterschiedlicher Generationen relevanten Deutungsmuster erhoben und rekonstruiert. Parallel dazu werden die fachspezifischen Interaktions- und Kommunikationsmuster mit teilnehmender Beobachtung in verschiedenen Situationen des Hochschulalltags untersucht. Auf der Grundlage der Fallstudien lassen sich zum einen allfällige Tendenzen zu Wandel und Persistenz von Deutungsfiguren in den betreffenden Fächern herausarbeiten. Der Vergleich der Fächer erlaubt es zum anderen, Charakteristiken von Fachkulturen zu eruieren, die zu deren Schliessung oder Oeffnung beitragen, und damit auch Ansatzpunkte für die Transformation technischer Fachkulturen zu bestimmen.
Das beantragte Forschungsprojekt liefert einen Beitrag zur Grundlagenforschung im Bereich der Gender Studies und soll ein vertieftes Verständnis der sozialen und kulturellen Mechanismen erlauben, die zur Persistenz von geschlechtssegregierten Handlungsfeldern beitragen, bzw. zu deren Auflösung.
Results
Methods (description)
Im Zentrum des Projektes stehen ethnographische Fallstudien in zwei technischen Disziplinen einer Schweizer Hochschule. In diesem Rahmen werden zum einen narrative Interviews mit FachvertreterInnen aller Statusgruppen durchgeführt, anderseits teilnehmende Beobachtung in relevanten Situationen des wissenschaftlichen Alltags.
Methods (instruments)
Financed by
Study type
Data availability
Source (Updates) Email
Date created 08.07.2013
Date modified 08.07.2013
Start - End date 01.06.2005 - 28.09.2008