Details
Study title
Counter-stereotypical career choice: What keeps women from majors in engineering and information technology, and why do men not become primary school teachers?
Ref study 9896
Study language German
Contributing institutions
Authors
Keywords
  • Berufswahl
  • Hochschule
  • Studienwahl
  • Geschlecht
  • Motivation
  • Sekundarstufe II
  • Transition
  • Stereotyp
Disciplines
Period
Geographical space
Deutschschweiz
Country
Abstract
Ausgangslage
Die Studienwahl verläuft häufig noch immer entlang geschlechtstypischer Trennlinien: Frauen sind besonders in naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen untervertreten, Männer wählen deutlich weniger Studiengänge im sozialen Bereich oder Ausbildungsgänge, die zum Lehrberuf führen. Während die Untervertretung von Frauen v.a. wegen des weltweiten Mangels an qualifizierten Nachwuchskräften in den Ingenieur- und Informatikwissenschaften als problematisch erachtet wird - häufig wird argumentiert, dass es im 21. Jahrhundert kaum mehr zu verantworten sei, in diesen Wissenschaftsbereichen auf die "Bildungsreserve Frau" zu verzichten - fällt die gesellschaftliche Diskussion um die fehlende Beteiligung von Männern am Lehrerberuf stärker normativ aus. Häufig ist davon die Rede, dass das Berufsbild "Vor-/Primarschullehrperson" der männlichen Normalbiographie insofern wenig entspricht, als es bisher vergleichsweise wenig berufliche Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten geboten hat.

Zielsetzung des Projekts
Ziel des geplanten Forschungsprojektes ist es, die Entscheidungsprozesse während der Studienwahl von jungen Frauen, die sich für ein Studium der Ingenieur- und Informatikwissenschaften interessieren und von Männern, die den Primarlehrberuf in Betracht ziehen, genauer zu analysieren. Welche Bedingungen haben einen Einfluss darauf, dass ein solches Studium tatsächlich aufgenommen wird? Aus den Ergebnissen sollen Schlüsse gezogen werden, wie und zu welchen Zeitpunkten Schülerinnen und Schüler mit geschlechts-untypischen Interessen und Fähigkeiten dabei unterstützt werden können, entsprechende Laufbahnmöglichkeiten gezielt zu explorieren, zu reflektieren und allenfalls umzusetzen. Im Vordergrund steht die Frage, wie die Unterstützung der in den Studienwahlprozess involvierten Institutionen und Personen idealerweise gestaltet und koordiniert sein sollte. Als theoretischer Rahmen dient das Laufbahnmodell von Lent, Brown & Hackett (1994), welches die Studienwahl als Ergebnis eines Zusammenspiels zwischen Kontextmerkmalen sowie individuellen Merkmalen versteht.
Results
Methods (description)
Methodisch wird einerseits an eine bereits vorliegende Studie zur Studienwahl von Maturandinnen und Maturanden angeknüpft. Andererseits sollen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, die sich mit der Thematik auseinandersetzen sowie auch jene, deren Verhalten (Besuch von Informationsveranstaltungen und Beratungsangeboten) auf ein gewisses Interesse an einer geschlechts-untypischen Studienwahl hindeutet, anhand von Fragebögen befragt werden. Darüber hinaus werden Interviews mit Personen geführt, die den Berufs- und Studienwahlprozess oder den Übertritt ins Studium in einer unterstützenden Funktion begleiten. Es finden folgende Erhebungen statt:
A) Befragung von Maturandinnen und Maturanden des Abschlussjahres 2006 mit dem Ziel die individuellen und kontextuellen Faktoren zu identifizieren, welche zur Umsetzung bzw. Nicht-Umsetzung einer geschlechts-untypischen Studienwahl führen. Bei Maturandinnen und Maturanden des Abschlussjahres 2006 wurde im Jahr 2006 in ausgewählten Gymnasiumsklassen eine Vollerhebung durchgeführt (Bieri et al.,2007), im Sommer 2008 fand eine Zweitbefragung statt. Die Daten des Längsschnitts werden statistisch ausgewertet. Ausgewählte Personen werden in qualitativen Interviews vertieft befragt: 6 Frauen mit Aspirationen im MINT-Bereich mit (Nicht)Umsetzung der Studienwahl, 6 Männer mit Interesse am Lehrberuf und (Nicht)Umsetzung der Studienwahl.
B) Befragung von Gymnasiastinnen mit Interesse am naturwissenschaftlich-technischen Bereich, welche an naturwissenschaftlich-technischen Veranstaltungen (ETH Informationstage, ETH Studienwochen) teilnehmen bzw. nicht teilnehmen, mit dem Ziel die Bedeutung von naturwissenschaftlich-technisch ausgerichteten Informations- und Vertiefungsangeboten, welche Hochschulen für Gymnasiastinnen (und Gymnasiasten) anbieten, zu analysieren.
Erhebungsmethode: Fragebogen-Befragung der teilnehmenden Gymnasiasten und der Vergleichsgruppe von Gymnasiastinnen in ausgewählten Klassen an Gymnasien. Zweitbefragung mit Fragebogen nach Studienbeginn
C) Befragung von Gymnasiasten und Männern mit einer Erstausbildung und mit Interesse an einem sozialen Beruf bzw. Lehrberuf, welche im Jahr 2009/2010 eine Laufbahnberatung durchlaufen sowie Gymnasiasten, die eine Informationsveranstaltung an der PHZH besuchen. Zielsetzung: Identifikation von individuellen und kontextuellen Faktoren, welche bei der Umsetzung einer geschlechts-untypischen Studienwahlintention von Männern von Relevanz sind. Erstbefragung der oben genannten Personengruppe zu Beginn der Laufbahnberatung mittels Fragebogen, Befragung mittels qualitativer Interviews nach der Teilnahme an der Informationsveranstaltung Erstbefragung der Vergleichsgruppe von Gymnasiasten in ausgewählten Klassen an Gymnasien mittels Fragebogen. Zweitbefragung mit Fragebogen nach Studienbeginn
D) Befragung von Hochschulvertreter/innen, welche eine geschlechts-untypische Berufs- und Studienwahl von Gymnasiastinnen unterstützen, mit dem Ziel mögliche Ansatzpunkte für die Unterstützung von Gymnasiastinnen bei der Studienwahl zu analysieren und die Wirkung der Veranstaltungen einzuschätzen.
Erhebungsmethode: Experten/innen-Interviews
E) Befragung von Vertreter/-innen der Industrie mit dem Ziel einer Diskussion und Interpretation der Ergebnisse der Befragung von Maturandinnen und Gymnasiastinnen vor dem Hintergrund laufbahntheoretischer Modelle
Erhebungsmethode: Experten/innen-Interviews
F) Befragung von Vertreter/-innen der Berufs- und Studienberatungen mit dem Ziel mögliche Ansatzpunkte für die Unterstützung von Männern mit Interesse an einem sozialen Beruf bzw. Lehrberuf zu analysieren und die Wirkung der Beratung einzuschätzen.
Erhebungsmethode: Experten/innen-Interviews
G) Befragung von Verbandsvertretern, welche eine geschlechts-untypische Berufs- und Studienwahl von Männern unterstützen.
Zielsetzung: Diskussion und Interpretation der Ergebnisse der Befragung von Männern mit Interesse am Lehrberuf vor dem Hintergrund laufbahntheoretischer Modelle
Erhebungsmethode: Experten/innen-Interviews
Quantitative Verfahren: Standardisierte schriftliche Befragung (Fragebogen), statistische Datenauswertung
Qualitative Verfahren: Narrative und Leitfadeninterviews, Inhaltsanalyse von Interviews und Dokumenten
Methods (instruments)
Replicated study No
Publications
  • Berweger, Simone; Bieri Buschor, Christine; Keck Frei, Andrea; Kappler, Christa. 2010. Studienwünsche am Ende des Gymnasiums - wie sie (nicht) umgesetzt werden. In: Gymnasium Helveticum, 1/10. Online: https://edudoc.ch/record/36994/
Unpublished documents
  • Berweger, Simone; Keck, Andrea; Wolf, B.; Kappler, Christa; Bieri Buschor, Christine. 2009. "Wissenschaft hautnah erleben" - "mit Herausforderungen kämpfen" -"komplexe Fragen auf logische und menschliche Art beantworten". Teilnahme an ETH Studienwochen: Motive und Funktion im Studienwahlprozess. Teilbericht. Zürich: Pädagogische Hochschule Zürich.
Financed by
Ethical approval No
Study type
Data availability
Source (Updates) Web
Date created 25.07.2013
Date modified 25.07.2013
Start - End date 01.01.2009 - 28.12.2011