Details
Study title
Security 2013. The Trend of Opinions on Foreign, Security, and Defense Policy
Ref study 11586
Study language German
Contributing institutions
Authors
Keywords
  • Armée
  • Aussenpolitik
  • Sicherheitspolitik
  • Neutralität
  • Sicherheit
  • Militär
  • Vertrauen
  • Wehrmodell
Disciplines
Period
Geographical space
Schweiz
Country
  • Switzerland
Abstract
This survey is part of the study series "Security". This series of studies is based on a representative survey of security policy opinion-forming in Switzerland carried out in 1983. This survey was conducted at the Institute of Sociology Unitobler University of Bern by K. Haltiner and was supported by the Swiss National Science Foundation (NRP No. 11 "Security Policy", Project 4.419.0.81.11). Since 1991, opinion-forming in security policy has been collected annually since January/February and published under the title "Security". At the same time, the survey was expanded to include questions on foreign policy and the general feeling of security. The project is now being led by the Military Sociology Lectureship of the Military Academy at ETH Zurich and the Center for Security Studies of ETH Zurich.
The aim of these surveys is to identify trends and tendencies with regard to the general perception of security and threats, confidence in institutions and authorities, the degree of cooperation in foreign and security policy, neutrality in general and different views of neutrality, attitudes towards military defence and the interest in security policy. In addition to a core of questions that are asked at all times or at irregular intervals, they are also asked annually on current security policy issues.
In 2013 these were: various measures to safeguard internal security, negative and positive aspects of compulsory military service, alternative military service models, compatibility of military service and work, military service of naturalized Swiss citizens.

In addition to the trend analysis, the series of studies also focuses on the question of the extent to which attitudes towards the three issues (general security, foreign policy and defence policy) are related to living conditions and political orientation.
Results
Die Schweizer Bevölkerung fühlt sich 2013 im langjährigen Vergleich überdurchschnittlich sicher (89%) und schaut zuversichtlich in die Zukunft der Schweiz (82%). Nach wie vor sieht sie jedoch keine Entspannung der weltpolitischen Lage (9%). Stattdessen erwarten 46% der Schweizerinnen und Schweizer, dass sich die weltpolitische Lage weiter verdüstern werde, 44% sehen in naher Zukunft keine Veränderung. Das Vertrauen in die acht erfassten Institutionen und Behörden bleibt im Allgemeinen unverändert und über dem langjährigen Schnitt. Das höchste Vertrauen geniesst auch 2013 die Polizei mit einem Vertrauen von 7.6 auf einer Skala von 1-10, gefolgt von den Gerichten (7.1). Im mittleren Bereich der Rangierung liegen der Bundesrat (6.7), die Schweizer Wirtschaft (6.6), das eidgenössische Parlament (6.3) und die Armee (6.2). Obwohl die politischen Parteien einen Vertrauensgewinn aufweisen, schenken Schweizerinnen und Schweizer den politischen Parteien und den Medien (je 5.3) am wenigsten Vertrauen. Einstellung zur Aussenpolitik: Ein Beitritt zur EU (17%) oder zur Nato (19%) findet in der Schweizer Bevölkerung weiterhin deutlich keine Mehrheit. Hingegen bleibt der Wunsch nach einer Fortsetzung des bilateralen Weges, das heisst nach einer (rein) wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der EU, weiter bestehen (80%). Zudem ist das Bedürfnis nach einem aktiveren internationalen Engagement der Schweiz, ohne verpflichtende Einbindungen eingehen zu müssen, 2013 weiterhin gross. Das Neutralitätsprinzip der Schweiz wird mit 94% Zustimmung unterstützt. Auch der Glaube an die Schlichter- und Vermittlerrolle der Schweiz dank der Neutralität und an die identitätsstiftende Funktion der Neutralität bewegen sich mit 92% bzw. 84% auf hohem Niveau. 67% der Schweizerinnen und Schweizer glauben 2013 an die Schutzwirkung der Neutralität vor internationalen Konflikten. Einstellung zur Verteidigungspolitik: Die Einstellung der Schweizer Bevölkerung zur Armee bleibt ambivalent. 2013 zeigt sich jedoch eine breitere Unterstützung der allgemeinen Wehrpflicht und der Milizarmee. Nur jeder Dritte unterstützt eine Abschaffung der Wehrpflicht (33%). 56% sprechen sich für eine Milizarmee und 37% für eine Berufsarmee aus. Erstmalig wurde 2013 die Einstellung zu verschiedenen positiven und negativen Aussagen über die allgemeine Wehrpflicht erhoben. Tendenziell wird die Wehrpflicht als positiv empfunden. Dies wird vor allem durch die Aneignung von sozialen Kompetenzen während des Dienstes begründet. Negative Aspekte hingegen finden in der Schweizer Bevölkerung keine mehrheitliche Unterstützung. 2013 wurde erneut nach der Einstellung gegenüber verschiedenen alternativen Dienstmodellen gefragt. Dabei unterstützt die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung mit 70% eine obligatorische Dienstpflicht für Männer mit freier Wahl zwischen Militär-, Zivil- oder Sozialdienst. Im Vergleich zu 2011 ist die Zustimmung einer Erweiterung der obligatorischen Dienstpflicht auf Frauen markant gestiegen (59%, +7%). Eine Ausdehnung der allgemeinen Wehrpflicht auf Frauen und Ausländer findet kein Gehör. Fazit: Die letztjährig zu beobachtende Wahrnehmung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger einer sicheren Schweiz in einer unsicheren Welt hat sich innert Jahresfrist gefestigt. Schweizerinnen und Schweizer fühlen sich 2013 äusserst sicher und sind in ihren Erwartungen in die Zukunft der Schweiz sehr zuversichtlich. Hingegen glaubt die Schweizer Bevölkerung auch in diesem Jahr nicht an eine Entspannung der weltpolitischen Lage, wenn auch die Wahrnehmung der internationalen Entwicklung weniger düster ausfällt. Dieses über den Jahresverlauf stabile Wahrnehmungsmuster manifestiert sich in dem weiterhin überdurchschnittlichen allgemeinen Vertrauen in die Schweizer Institutionen und Behörden. Der nationale Optimismus bei gleichzeitiger Skepsis gegenüber der Entwicklung der weltpolitischen Lage scheint sich wie im Vorjahr in der aussenpolitischen Kooperationsbereitschaft der Schweizerinnen und Schweizer niederzuschlagen. Das Misstrauen der Schweizer Stimmbevölkerung gegenüber einem EU bzw. einem Nato Betritt verharrt auf dem Höchstwert des letzten Jahres. Nichtsdestotrotz wünschen sich Schweizerinnen und Schweizer keine absolute Autonomie, sondern befürworten auch 2013 ein vermehrtes humanitäres Engagement der Schweiz im Ausland oder einen verstärkten Einsatz für die Anliegen der Uno. Neben der Öffnungsbereitschaft der Schweizer Bevölkerung weist auch die Einstellung zur Neutralität auf den Trend einer zunehmend auf die eigene Nation gerichteten Orientierung der Schweizerinnen und Schweizer hin. Praktisch die gesamte Schweizer Bevölkerung stimmt dem Neutralitätsprinzip zu, wobei sich dieses zu einem Wert an sich zu entwickeln scheint. Wie bereits im Vorjahr beobachtbar wird den Neutralitätsfunktionen – insbesondere der Solidaritäts- und Identitätsfunktion – ebenfalls grossmehrheitlich zugestimmt. Die Haltung der Schweizer Bevölkerung gegenüber der Armee bleibt im Vergleich zu 2012 unverändert, ausser in Bezug auf die Wehrstruktur. Schweizerinnen und Schweizer erachten die Schweizer Armee für notwendig und sind mit der Leistung zufrieden, die Forderung nach einer Abschaffung der Armee stagniert auf tiefem Niveau. Die gesellschaftliche Rolle und die Höhe des Verteidigungsbudgets spalten auch in diesem Jahr die Schweizer Stimmbevölkerung. Hingegen finden die Milizarmee und die allgemeine Wehrpflicht unter den Schweizerinnen und Schweizer wieder vermehrt Unterstützung.
Methods (description)
Allgemeines methodisches Vorgehen:
Trendbefragung anhand von jährlich wiederholenden Querschnittserhebungen. Der Fragebogen besteht jeweils aus drei Teilen: a) Fragen, die jährlich gestellt werden b) Fragen, die in unregelmässigen Abständen erhoben werden c) neue Fragen. Die negativen und positiven Aspekte der Wehrpflicht wurden erstmals als geschlossene Fragen erhoben. Als Grundlage hierzu diente die offene Frage nach den Vor- und Nachteilen der Wehrpflicht der Studie Sicherheit 2011. In dieser Studie wurden Schweizerinnen und Schweizer gebeten, Vor- und Nachteile der allgemeinen Wehrpflicht zu nennen. Die Antworten wurden anschliessend in verschiedene Kategorien von negativen und positiven Aspekten der allgemeinen Wehrpflicht unterteilt. In einem zweiten Schritt wurde ein Pretest durchgeführt. Die Vorgaben zu den negativen und positiven Aspekten der Wehrpflicht wurden anhand der Think-Aloud-Methode bei 10 Deutschschweizerinnen und -schweizer getestet: Die Befragungsperson wurde jeweils gebeten, bei der Beantwortung der Frage «laut zu denken». Ziel dieser qualitativen Interviews war es, die Assoziationen zu den einzelnen Fragestellungen zu ermitteln und die Frage nach der Verständlichkeit bzw. Eindeutigkeit zu klären. Nachfolgend zum Pretest wurden die Frageformulierungen optimiert. Die Fragebögen wurden auf Deutsch konzipiert und dann ins Französische und Italienische übersetzt. Im Fragebogen für die Erhebung in der Deutschschweiz wurde die Schriftsprache an die schweizerdeutsche Umgangssprache angepasst. Die erhobenen Einstellungen können durch aktuelle sicherheitspolitische Ereignisse während der Erhebung beeinflusst worden sein: Am 20. Januar 2013 wurde in Österreich eine Volksbefragung zur Abschaffung der Wehrpflicht durchgeführt. Eine Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher sprach sich für die Beibehaltung der Wehrpflicht aus. Das Ereignis wurde in den Schweizer Medien insbesondere am Tag der Volksbefragung sowie am Folgetag thematisiert. Aufgrund dessen wurde das Erhebungsfeld für zwei Tage unterbrochen, um den Einfluss dieses Ereignisses auf die Datenlage möglichst gering zu halten. Des Weiteren fand vom 14. bis 28. Januar 2013 ein Einsatz der Schweizer Armee im Rahmen des World Economic Forum (WEF) in Davos statt. Das Ereignis warf jedoch keine medienwirksamen Wellen.

Erhebungsverfahren: Standardisierte Befragung telefonisch
Erhebungseinheiten: Schweizer Stimmbürgerinnen und -bürger mit Telefonanschluss
Auswahlverfahren: Random-Quota (Sprachregion, Alter, Geschlecht)
Anzahl Untersuchungseinheiten: Bruttostichprobe: 12962, Nettostichprobe: 7140, Gültige Interviews: 1200, Ausschöpfungsquote: 25%.
Untersuchungsdesign: Trendanalyse anhand von Querschnittsbefragungen
Durchführung der Feldarbeit: 09.01. - 19.01.2013, 23.01. - 12.02.2013, Felderhebung durch Isopublic.
Methods (instruments)
Publications
  • Szvircsev Tresch, Tibor; Wenger, Andreas; Craviolini, Julie; Krämer, Elvira; Sokoli, E.. 2013. Sicherheit 2013. Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitische Meinungsbildung im Trend. Birmensdorf und Zürich: Militärakademie an der ETH und Center for Security Studies, ETH Zürich. Online: http://www.css.ethz.ch/sicherheit
  • Craviolini, Julie; Szvircsev Tresch, Tibor. 2013. Wie steht die Schweizer Bevölkerung Abschaffung der Wehrpflicht. Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift ASMZ, Nr. 08/2013.
Financed by
Study type
Data availability
Source (Updates) Web
Date created 21.03.2018
Date modified 21.03.2018
Start - End date 01.10.2012 - 31.05.2013