Details
Study title
Changing values and life chances
Ref study 983
Study language German
Contributing institutions
Authors
Keywords
  • Beruf
  • Familie
  • Bildung
  • Politik
  • Jugend
  • Wertewandel
  • Zufriedenheit
Disciplines
Period
1979 bis 2003
Geographical space
Ganze Schweiz
Country
  • Switzerland
Abstract
The aim of the study was the recording and longitudinal comparison of basic values of 20-year-old adults in the areas of family, work and public life. The answers of 20-year-old young people in 1979, 1994 and 2003 were compared and the following questions were dealt with: Under what conditions did the 20-year-olds of 1979, 1994 and 2003 grow up? Which schools did they attend? What problems did they face when they started their careers? What professional goals and values do they represent and to what extent do they believe they can achieve them? What are their intentions and interests with regard to political issues? What vision do they have of the future, what opportunities and what purpose do they see in it? The central aspect of the study was the analysis of changes in attitudes over a period of 25 years.
Results
Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich nach Themenbereich getrennt zusammenfassen.
Lebenszufriedenheit: Gemessen an verschiedenen Indikatoren des Wohlbefindens - Gefallen am gegenwärtigen Leben, Veränderungswunsch, Beurteilung der eigenen Zukunft, Wohlbefinden in der Schweiz von heute und persönliches Urteil über den Sinn des Lebens - lassen die Jungbürgerinnen und Jungbürger eine überwiegend optimistische Einstellung zum aktuellen und künftigen Leben erkennen, und zwar 1994 wie 2003.
Wertorientierungen und Lebensfragen: Wertorientierungen bringen zum Ausdruck, was die 20-jährigen Schweizerinnen und Schweizer besonders beschäftigt und welche Lebensziele und -aspekte für sie bedeutsam sind. Die Befragten stufen die Mehrheit der 13 Lebensfragen, die verschiedene Wertorientierungen kennzeichnen, als wichtig bzw. sehr wichtig ein. Im Vergleich der Antworten zwischen 1994 und 2003 zeigt sich überwiegend Stabilität. Was die Jugendlichen in den Neunziger Jahren beschäftigte, tangiert sie auch am Anfang des neuen Jahrtausends.
Lebensziele: Lebensziele indizieren relevante Werte. Eine überwiegend gleichmässige Verteilung der Wichtigkeit der erfragten Lebensziele weist die 20-jährigen Schweizerinnen und Schweizer als zielbewusste junge Erwachsene aus. Sie streben nach definierten Lebenszielen und sind überwiegend davon überzeugt, diese auch erreichen zu können. Deren Wichtigkeit steht in engem Zusammenhang mit dem allgemeinen Wohlbefinden, mit der Relevanz der verschiedenen Wertdimensionen sowie mit verschiedenen äusseren Merkmalen.
Elternhaus und Bildungschancen: Trotz aller Veränderungen in den Familienstrukturen zeigt sich auch in dieser Studie die fundmentale Bedeutung des familiären Hintergrundes für das Gedeihen und Wohlbefinden der nachwachsenden Generation. Die Beziehungen der Zwanzigjährigen zu ihren Eltern waren schon 1979 überaus positiv. Sie haben sich im Verlauf von 25 Jahren sogar noch verbessert. Unsere Untersuchungen bestätigen das landläufige Vorurteil, dass ärmere Verhältnisse anfälliger sind für vermehrte schwere Auseinandersetzungen als gut situierte. Die in der Schweiz immer wieder beobachtete Ungleichheit der Bildungschancen der Kinder in Abhängigkeit der Bildung der Eltern findet auch in unseren Studien eine Bestätigung.
Berufswahl: Im Verlauf der 25 Jahre Untersuchungszeit hat sich der Zeitpunkt der Entscheidung nach oben verschoben. Die Berufswahlzufriedenheit hat im letzten Jahrzehnt vor allem bei den Frühwählern abgenommen. Grundsätzlich wird die Berufswahl 2003 nicht als erheblich schwieriger erlebt als 1979.
Wert der Arbeit und Arbeitswerte: Der Stellenwert der beruflichen Arbeit hat zwar im Laufe der Untersuchungen prozentual verloren, steht aber unter acht Lebensbereichen weiterhin an vierter Stelle. Der eigenen Familie, Freunden und bekannten und auch der Freizeit wird prozentual erheblich mehr Gewicht zugemessen.
Politisches Interesse und politische Aktivität: Politik stellt im Leben des durchschnittlichen jungen Erwachsenen allenfalls eine Nebensache dar. Weniger als ein Zehntel der Befragten misst dem öffentlichen Leben im Vergleich zu anderen Lebensbereichen Wichtigkeit bei. Nach den vorliegenden Daten scheint es, als nähme das politische Interesse der Jungbürgerschaft im langfristigen Trend leicht ab. Plausibler ist indes die Annahmen, dass es mehr als früher aktualitäts-, ereignis- und medienorientiert ist und dadurch stärker als früher zyklischen Schwankungen unterliegt.
Ansprüche an das Gemeinwesen: Die Zufriedenheit mit dem Staat muss als eher mässig, aber im Zeitverlauf als weitgehend stabil bezeichnet werden.
Politischer Bezugsrahmen und politische Integrationsformen: Die Vermutung, das Nationale verliere im Zuge der Internationalisierung und Globalisierung an Bedeutung, wird durch unsere Daten nicht bestätigt. Das Nationale als "Wir"-Bezugsgrösse hat sich zwar in den 90er Jahren abgeschwächt, erlebt aber im neuen Jahrtausend als politische und gesellschaftliche Integrationsform eine Renaissance. Staat und Nation werden mehr als früher aufgrund der Leistungen und des Nutzens beurteilt, die sie vermitteln. Die instrumentelle Sicht des Gemeinwesens hat sich über das letzte Vierteljahrhundert tendenziell verstärkt.
Vertrauen in das politische System, Veränderungs- versus Bewahrungshaltung: Das demokratische System der Schweiz stösst bei den jungen Erwachsenen zeitstabil auf hohe Akzeptanz. Ein eindeutiger Trend lässt sich bei der Protestbereitschaft und Protesttolerierung ausmachen: Die Jungbürgerschaft von heute ist mehr als früher bereit, auch unkonventionelle politische Mittel für ihre Ziele einzusetzen oder zumindest zu tolerieren.
Methods (description)
Grundgesamtheit:
Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die zum Befragungszeitraum 20 Jahre alt waren.
Stichproben:
Stichprobe 1979: Für die Untersuchung von 1979 wurden im Rahmen der Pädagogischen Rekrutenprüfungen alle jungen Schweizer befragt, die 1979 die Rekrutenschule absolvierten. 22'665 Rekruten aus allen Sprachregionen der Schweiz nahmen an der Befragung teil. In einer Ergänzungsbefragung wurden 1'982 20-jährige Frauen und Männer, die 1979 keine Rekrutenschule absolvierten nach dem "Berner Stichprobenplan" ausgewählt und befragt. Aus beiden Befragungen wurde eine repräsentative Stichprobe von 2'792 jungen Erwachsenen gebildet.
Stichprobe 1994: Für die Untersuchung von 1994 standen erneut 21'987 Rekruten im Rahmen der Pädagogischen Rekrutenprüfungen zur Verfügung. In einer Ergänzungsbefragung wurden 1'822 20-jährige Frauen und Männer, die 1994 keine Rekrutenschule absolvierten, postalisch befragt und anschliessend mit eine Zufallstichprobe aus der Rekrutenbefragung (n=656) zu einer für den Jahrgang 1974 repräsentativen Stichprobe von 2'484 jungen Erwachsenen vereinigt.
Stichprobe 2003: In einer postalischen Befragung wurden schweizweit repräsentativ 874 20-jährige junge Erwachsene befragt. Zusätzlich konnten 183 wehrpflichtige Männer in zwei Aushebungszentren und einer Rekrutenschule testweise mit dem gleichen Fragebogen befragt werden. Die Stichprobe 2003 hatte somit den Umfang von 1'057 Personen. Anders als 1979 und 1994 wurden die Daten 2003 nach den Kriterien "Geschlecht", "Grösse des Wohnorts" und "Bildung" gemäss den Angaben des Bundesamts für Statistik aus der Volkszählung 2000 gewichtet.
Erhebungsverfahren: Standardisierte Befragung schriftlich
Grundgesamtheit: 20-jährige Schweizerinnen und Schweizer
Auswahlverfahren: Rekrutenstichprobe + Stichprobe von Frauen und nichtdienstleistenden Männern gemäss "Berner Stichprobenplan"
Anzahl Untersuchungseinheiten: 1979: 2'792, 1994: 2'484, 2003: 1'057
Untersuchungsdesign: Längsschnittstudie 1979, 1994, 2003
Durchführung der Feldarbeit: Forscher selbst + Experte der Pädagogischen Rekrutenprüfungen (1979, 1994) bzw. CH-X (2003)
Weitere Präzisierung: nur die Rohdaten von 1994 und 2003 liegen in SPSS-Form vor.
Methods (instruments)
Publications
  • Bertossa, Luca; Haltiner, Karl W.; Meyer Schweizer, Ruth. 2008. Werte und Lebenschancen im Wandel. Eine Trendstudie zu den Lebens-, Bildungs-, Arbeits- und Politikorientierungen junger Erwachsener in der Schweiz. Eidgenössische Jugendbefragungen, wissenschaftliche Reihe, Band 19. Zürich: Ruegger Verlag.
  • NN., . 2000. Werte und Lebenschancen im Wandel – Ein Vergleich von Wertvorstellungen junger Erwachsener zwischen 1979 und 1994. Pädagogische Rekrutenbefragungen 1994. Wissenschaftliche Reihe der Pädagogischen Rekrutenprüfungen, Aarau, Sauerländerverlag, 2000.
Financed by


Mandating institution(s)
  • Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport - VBS, ch-x, Eidgenössische Jugend- und Rekrutenbefragungen, Postfach , 6210 Sursee
Study type
Data availability
Source (Updates) Email
Date created 23.04.2018
Date modified 23.04.2018
Start - End date 01.01.1993 - 28.05.1997