Details
Study title
How companies deal with disability
Ref study 7611
Study language German
Contributing institutions
Authors
Keywords
  • Sozialpolitik
  • Arbeitsmarkt
  • Behinderung
  • Berufliche Integration
Disciplines
Period
2002/2004
Geographical space
gesamte Schweiz
Country
  • Switzerland
Abstract
The study focuses on the integration of disabled people into the primary labour market. Based on the assumption that inadequate professional integration is mainly due to insufficient implementation of existing (legal) measures, the study focuses on the framework conditions, strategies and attitudes of the relevant actors at the interface with the primary labour market. On the one hand, these include companies, because their policies ultimately determine the access of disabled people to the labour market. Secondly, they include services and organisations active in the placement of disabled persons in the primary labour market or their support. These include Disability Insurance offices, community social services and rehabilitation clinics. The study focuses on the relationship between the expectations and experiences of companies and the offer to support the employment of disabled people. The aim is to compare the needs of companies with regard to the services, framework conditions and individual conditions of disabled people with the service structures, services and strategies of the institutions which support the employment of disabled people. The study, which was carried out on behalf of the Federal Social Insurance Office (FSIO), thus provides information on deficits in mediation activities and makes suggestions for improving efforts to integrate disabled people into the workplace.
Results
Die Ergebnisse zeigen, dass nur ein geringer Teil der Schweizer Betriebe derzeit behinderte Personen beschäftigt. Es sind 8% der Schweizer Betriebe, bei denen im Jahr 2003 mindestens eine behinderte Person angestellt ist. Grundsätzlich hält jedoch fast ein Drittel von ihnen, nämlich 31%, eine Beschäftigung von Behinderten im eigenen Betrieb für möglich. Rund 8% der Arbeitsplätze können aus Sicht der Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen als geeignet für behinderte Personen gelten. Schweizer Betriebe führen vor allem das Anforderungsniveau der Arbeitsplätze und erforderliche bauliche Anpassungen als grösstes Hemmnis bei der Anstellung von behinderten Mitarbeitenden an. Auch die möglicherweise eingeschränkte Leistungsfähigkeit und ein drohender Mehraufwand durch die Betreuung wirken sich nach Ansicht der Betriebe hemmend auf die Anstellung von Behinderten aus.
Um solche Hemmnisse bei der Beschäftigung von Behinderten auszuräumen, gibt es in der Schweiz eine Vielzahl von Unterstützungsmassnahmen. Das breite Unterstützungsangebot ist jedoch bei den Betrieben wenig bekannt. Es zeigt sich nicht nur eine unzureichende Öffentlichkeitsarbeit. Auch die disparate und wenig spezialisierte Landschaft von Einrichtungen, die in der beruflichen Integrationsarbeit tätig sind, vermag den aktuellen Erfordernissen kaum Rechnung zu tragen. Für eine Verbesserung der Beschäftigungssituation behinderter Personen drängen sich Optimierungen in mehreren Feldern auf. Zunächst gilt es, die Informationen für Betriebe über das bestehende Unterstützungsangebot deutlich zu stärken. Zugleich ist auch ein Ausbau der Vermittlungstätigkeit notwendig, wobei die befragten Institutionen einen Ausbau vor allem bei den IV-Stellen befürworten. Doch es braucht nicht nur mehr Ressourcen und fachliche Kompetenzen, um den wachsenden Anforderungen über spezialisierte und aufwändige Dienstleistungen gerecht zu werden. Eine erfolgreiche Vermittlungsarbeit muss sich von klassischen Vorgehensweisen trennen und stärker am Arbeitsmarkt orientieren. Dies bedingt, die Einmündung in den primären Arbeitsmarkt über die Möglichkeit zur Probebeschäftigung und Begleitungen am Arbeitsplatz abzusichern und nach Möglichkeit bereits Abklärungen und Schulungen in Betrieben anzusiedeln. Als weiteres Handlungsfeld ist die Problematik zu nennen, dass Angestellte neu eine Behinderung erleiden. Zu selten, nämlich in 13% der Fälle, kann in diesen Situationen eine Weiterbeschäftigung im Betrieb arrangiert werden. Dies ist wesentlich auf unzureichende Unterstützungsangebote zurückzuführen, die bislang von Betrieben nur selten genutzt werden und nur in Ausnahmefällen von Vermittlungsinstitutionen als Tätigkeitsschwerpunkt verankert sind.
Methods (description)
Im Rahmen einer Vorstudie sind über ExpertInnen-Interviews Bedingungen für gelingende bzw. misslingende berufliche Integration ermittelt worden. In der Hauptstudie wurde im Frühling 2003 eine gesamtschweizerische und repräsentative Betriebsbefragung umgesetzt, in der eine Zufallsauswahl, geschichtet nach Betriebsgrössen, von rund 6'800 Betriebe schriftlich angeschrieben wurde. Es haben sich 1'622 Betriebe beteiligt, was einem Rücklauf von 24% entspricht. Eine parallele Institutionenbefragung schloss insgesamt 8 Typen von Institutionen ein, die als AkteurInnen an der Schnittstelle zum primären Arbeitsmarkt von Relevanz sind: a) Kantonale IV-Stellen b) Regionale Arbeitsvermittlungszentren (RAV) c) Beratungsstellen für Behinderte d) Öffentliche Sozialdienste e) Betriebliche Sozialdienste f) Sozialdienste im Gesundheitswesen g) Werkstätten/Träger beruflicher Massnahmen h) Kommerzielle Arbeitsvermittlungen (Zufallsauswahl). Von den insgesamt rund 3'650 angeschriebenen Institutionen haben sich 25% bzw. 851 Einrichtungen an dieser schweizweiten schriftlichen Befragung beteiligt.
Methods (instruments)
Replicated study No
Publications
  • Baumgartner, Edgar; Greiwe, Stephanie; Schwarb, Thomas. 2004. Die berufliche Integration von behinderten Personen in der Schweiz. Studie zur Beschäftigungssituation und zu Eingliederungsbemühungen. Bern: BSV, 2004.
  • Baumgartner, Edgar. 2004. Ohne das Engagement der Wirtschaft geht es nicht. In: Pro Mente Sana aktuell, Zürich, 1/2004.
  • Baumgartner, Edgar; Greiwe, Stephanie; Schwarb, Thomas. 2004. Die berufliche Integration von behinderten Personen in der Schweiz. Studie zur Beschäftigungssituation und zu Eingliederungsbemühungen - Kurzfassung. Bern: BSV 2004.
  • Baumgartner, Edgar; Greiwe, Stephanie; Schwarb, Thomas. 2004. Die berufliche Integration von behinderten Personen in der Schweiz. In: Soziale Sicherheit, 2/2004.
  • Ackermann, Günter; Aegerter, Veronika; Baumgartner, Edgar; Pakoci, Daniel; Schwarb, Thomas. 2002. Der Umgang der Betriebe mit Behinderung. Schlussbericht im Auftrag des Bundesamtes für Sozialversicherung (BSV) (Projekt Nr. C0101). Olten: Fachhochschule Solothurn Nordwestschweiz, 2002.
Financed by


Mandating institution(s)
  • Eidg. Departement des Innern - EDI, Bundesamt für Sozialversicherungen - BSV, Bereich Forschung, Evaluation und Statistik, Effingerstr. 20, 3003 Bern
Ethical approval No
Study type
Data availability
Source (Updates) Web
Date created 03.05.2018
Date modified 03.05.2018
Start - End date 01.01.2002 - 28.04.2004